Neu mit grossem N

Neue Musik

Tage für Neue Musik Zürich. Das Tonhalle-Orchester spielte unter der Leitung von Sylvain Gambreling Werke Jacques Demierre, Wolfgang Rihm und Witold Lutosławski. Eines davon hat mich begeistert, die anderen eher nicht. Das ist nicht weiter schlimm, manchmal funkt’s halt einfach nicht. Und doch stelle ich mir nach einer solchen Erfahrung jeweils die Frage: War ich es, der zur Musik keinen Zugang fand oder fand die Musik keinen Zugang zu mir? Weiterlesen

Gravitation der Geometrie

Hächler

Ich bin sicher, dass ich schon einige Male einer Skulptur von Peter Hächler begegnet bin. Nicht wenige davon stehen nämlich auf öffentlichen Plätzen, eine besonders raumgreifende zum Beispiel vor dem Hochhaus Werd in Zürich. Da ich jedoch – ich gestehe – Kunst im öffentlichen Raum kaum je die gebührende Achtung schenke, habe ich keine klare Erinnerung daran. Dank der aktuellen Ausstellung des Haus Konstruktiv („Peter Hächler – Metamorphosen“) bin ich nun Hächlers Kunst erstmals bewusst gegenübergestanden. Sie hat mich zum Trabanten gemacht. Weiterlesen

Dada mit Methode

Lenin dada

Am 5. Februar 1916 setzte Hugo Ball an der Spiegelgasse 1 in Zürich mit der Gründung des Cabaret Voltaire die Wiege des Dada in die Welt. Nur zwei Wochen später bezog ein gewisser Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt unter dem Namen Lenin, ein Zimmer in der unmittelbaren Nachbarschaft. Ob Lenin je im Cabaret Voltaire war – wir wissen es nicht. Nur: Kann es sein, dass sich die Kunstgeschichte und die Weltgeschichte zum exakt gleichen Zeitpunkt am exakt gleichen Ort aufhalten (und das noch mitten in Zürich), ohne dass die beiden auch nur Notiz voneinander nehmen? Oder vielmehr: Darf das sein? Weiterlesen

Interstellare Ekstase

JPTR

Vor einer Woche habe ich im Exil per Zufall ein spannendes Konzert mit Ramón Oliveras Band Ikarus erlebt. Am vergangenen Montag stellte der junge Zürcher Drummer und Komponist ein weiteres Bandprojekt vor. JPTR heisst die Formation und die Besetzung ist genauso ungewöhnlich wie jene von Ikarus: Andrina Bollinger, Drums und Vocals, sowie Ramón Oliveras, ebenfalls Drums und Vocals. Weiterlesen

Besenkammeroper

Brabant

Es war mir von Beginn weg klar, dass es bei der Oper im Knopfloch keine konventionelle Inszenierung geben würde. Aber irgend etwas in mir hatte sich beim Namen Offenbach auf rauschende Opulenz eingestellt und machte nun auf enttäuscht. Im Original ist Geneviève de Brabant eine opéra bouffe mit sagenhaften 72 Rollen, voll besetztem Orchester und grossem Chor. Hier im Theater Stok standen gerademal drei Darsteller und zwei Musikerinnen auf der Bühne. Weiterlesen